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Ausgewählte Ausgabe: 11-12-2017 Ansicht: Modernes Layout
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Feldbus-Standardisierung in der Maschine: „und“ statt „oder“

Profinet, EtherNet/IP oder EtherCAT? Diese Frage gehört mit Ethernet-IO-Modulen der neuesten Generation der Vergangenheit an – denn durch ihre Multiprotokoll-Fähigkeit verstehen sie alle drei „Sprachen“. Doch damit nicht genug: Die integrierte IO-Link-Masterfunktion ermöglicht zugleich die Einbindung von Sensoren und Aktoren in Industrie 4.0-Umgebungen. Intelligenz ist eine weitere Stärke dieser vielseitigen Ethernet-IO-Module – denn sie sind in der Lage, prozessnahe Anwendungen in Eigenregie zu lösen und so die übergeordnete Steuerung wirkungsvoll zu entlasten.


Bild 1 Ethernet-IO-Modul mit 8-fach-IO-Link-Master und Multiprotokoll-Funktion im Metallgehäuse mit L-codiertem Power-Stecker für 2 x 16 A

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Ethernet-IO-Modul mit 8-fach-IO-Link-Master und Multiprotokoll-Funktion im Metallgehäuse mit L-codiertem Power-Stecker für 2 x 16 A

Der Trend zu komplett vernetzten Produktionssystemen, die zunehmende Digitalisierung von Anwendungen und dezentrale Ausführung definierter Steuerungsfunktionen erfordern flexible, intelligente und zukunftssichere Konnektivitätslösungen. Darüber hinaus stehen vor allem international tätige Maschinenhersteller vor der Aufgabe, sich der regional unterschiedlichen Marktdominanz einzelner Steuerungsanbieter anzupassen und deren unterschiedliche Protokolle in ihren Maschinen und Anlagen zu unterstützen. Gleichzeitig rücken spätestens mit Industrie 4.0 die einfache Anbindung, Parametrierung, Steuerung, Überwachung und Diagnose der Sensor-Aktor-Ebene per IO-Link in den Vordergrund. Die dezentrale Verfügbarkeit solcher Daten beispielsweise in einem Ethernet-IO-Link-Modul legt nahe, diese auch im Feld zu verarbeiten und zu Steuerungszwecken zu nutzen. Multiprotokollfähigkeit, Industrie 4.0-Funktionalität und prozessnahe Intelligenz – all dies vereinen die neuen Ethernet-IO-Module mit IO-Link-Master von Pepperl+Fuchs.

Multiprotokoll: „Dolmetscher-Funktion“ wird per Drehschalter aktiviert

Der Markt der industriellen Automatisierungs- und Steuerungstechnik ist von heterogenen Feldbusstandards gekennzeichnet. Hierzu gehören eine Reihe als gleichrangig anzusehende Ethernet-Protokolle, von denen ProfiNet, Ethernet/IP und EtherCAT nach aktuellen Marktstatistiken am häufigsten anzutreffen sind – aber auch in regional unterschiedlich starker Verbreitung. Mit den Ethernet-IO-Modulen von Pepperl+Fuchs wird diese Sprachenvielfalt für den Maschinen- und Anlagenbauer jetzt sicher beherrschbar, denn sie vereinen in einem Schnittstellenmodul alle drei Ethernet-Protokolle zugleich. Die Auswahl des gewünschten Protokolls erfolgt per Drehschalter am Gerät. Aus drei bisher erforderlichen Modulen für jeweils ein Protokoll ist ein Einziges geworden. Für den Maschinenbauer bedeutet dies weniger Gerätevarianten, reduzierten Beschaffungs- und Bevorratungsaufwand, eine einfachere Inbetriebnahme, sichere Verfügbarkeit des richtigen Moduls bei einem Wartungs- oder Serviceeinsatz, mehr Standardisierung in der Maschine sowie mehr Flexibilität im Anlagendesign.

IO-Link und Webbrowser: maximale Transparenz für maximale Verfügbarkeit

Zusätzlich zur Multiprotokollfähigkeit, die die klassisch-hierarchische Feldbusanbindung – also die Kommunikation zwischen der zentralen Steuerung und der Feldebene – unterstützt, liefert der integrierte 8-fach-IO-Link-Master der neuen Ethernet-IO-Module gleichzeitig die passende, hierarchieübergreifende Konnektivität für Kommunikationsstrukturen, wie sie in der Umsetzung von Industrie 4.0 und in Sensorik4.0®-Anwendungen in der smart factory anzutreffen sind. Insgesamt können bis zu acht IO-Link-fähige Feldgeräte angeschlossen werden. Damit wird es möglich – parallel und rückwirkungsfrei zu eigentlichen Prozesssteuerung – beispielsweise Sensoren zu parametrieren, Mess- und Schaltsignale zu übertragen, Betriebszustände abzufragen und Fehler zu diagnostizieren. Damit schafft der IO-Link-Master im Ethernet-IO-Link-Modul ein Höchstmaß an Transparenz. Dadurch wiederum wird die Um- setzung von Funktionen möglich, mit denen die Verfügbarkeit von Maschinen entscheidend verbessert wird. So lassen sich beispielsweise eine Vorausfallanzeige, ein kontinuierliches Condition Monitoring der Maschine und bei Bedarf eine vorbeugende Wartung sowie eine automatische Parametrierung und ein einfacher Wiederanlauf nach dem Tausch eines Feldgerätes realisieren. Während des Betriebes visualisieren LEDs direkt am Modul alle wichtigen Statusinformationen und ermöglichen so auf einen Blick eine kanalgenaue Diagnose. Weiter optimiert werden die Diagnosefunktionen der Ethernet-IO-Link-Module durch den integrierten Webserver. Dieser ermöglicht es dem Anwender, direkt auf das Gerät zuzugreifen, um beispielsweise Netzwerkparameter und Funktionen einzustellen, Informationen anzuzeigen oder gezielt auf Fehler zuzugreifen. Insgesamt leisten die Ethernet-IO-Module mit IO-Link-Master so einen wichtigen Beitrag zu bestmöglicher Prozess- transparenz, Qualitätssicherheit und Anlagenverfügbarkeit.

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Autoren

Dr. Konrad Kern

Leiter Produktmanagement BU-Systeme Pepperl+Fuchs

Kontakt:  
Pepperl+Fuchs GmbH
Lilienthalstraße 200
68307 Mannheim
Tel.: 06 21/7 76–11 11
E-Mail: fa-info@de.pepperl-fuchs.com
www.pepperl-fuchs.com

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