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Ausgewählte Ausgabe: 11-12-2017 Ansicht: Modernes Layout
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Mit einfacher Verformungs-Simulation schnell am Ziel

Gezielte Verformung: So kann man das Grundprinzip bezeichnen, nach dem die Sicherheits-Kontaktleisten der ASO GmbH in Lippstadt arbeiten. Damit sie diese Aufgabe optimal erfüllen, setzen die Konstrukteure des Unternehmens auch ein praxisgerechtes Simulationswerkzeug ein.


Wenn eine schwere Maschinentür selbsttätig zufährt, ein Rolltor oder die Omnibustür schließt oder eine automatische Toranlage in die Endlage fährt, kommen Sicherheits-Kontaktleisten als Schließkantensicherung zum Einsatz. In vielen Fällen stammt diese Sicherheitseinrichtung, die zur Gruppe der taktilen (Sicherheits-) Sensorik gehört und laut Norm der „Absicherung von Quetsch- und Scherstellen“ dient, von der ASO GmbH in Lippstadt.
Das 1984 gegründete Unternehmen hat hier eine starke Marktposition, breite Expertise und bietet seinen Kunden ein umfangreiches Programm an taktilen Schutzeinrichtungen „Made in Germany“, zu dem neben den Sicherheitskontaktleisten der „Sentir edge“-Serie auch Sicherheits-Schaltmatten und -Bumper gehören.

Bild 1 Eine ausgeklügelte Konstruktion aus Kammern und Stegen sorgt für sofortigen Stopp der gefahrbringenden Bewegung und größtmögliche Energieaufnahme – im Bild links eine Prüfung mit Testkörper bei ASO. Rechtes Bild: Die Sicherheitskontaktleisten des „Sentir Edge“-Programms schützen Mensch und Material an Quetsch- und Scherstellen z. B. von automatisierten Toren.

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Eine ausgeklügelte Konstruktion aus Kammern und Stegen sorgt für sofortigen Stopp der gefahrbringenden Bewegung und größtmögliche Energieaufnahme – im Bild links eine Prüfung mit Testkörper bei ASO. Rechtes Bild: Die Sicherheitskontaktleisten des „Sentir Edge“-Programms schützen Mensch und Material an Quetsch- und Scherstellen z. B. von automatisierten Toren.

Auslösen des Stopp-Signals und Aufnahme von kinetischer Energie

Zu den Aufgaben der zehn Konstrukteure – insgesamt beschäftigt ASO rund 170 Mitarbeiter in der Unternehmenszentrale – gehört die Anpassung der Profile aus thermoplastischem Elastomer (TPE) an die in der Kundenspezifikation angegebenen Werte. Konstruktionsleiter Markus Horstkemper: „Das Profil übernimmt mehrere Funktionen. Es stellt bei Berührung einen elektrischen Kontakt her, wenn die Leiste gegen ein Hindernis fährt. In diesem Fall berühren sich zwei leitfähige Elastomerelemente im Innern des Profils. Unmittelbar danach müssen sich die Elastomere, die aus Kammern und Stützen aufgebaut sind, gleichmäßig und kontrolliert verformen – und zwar so, dass sie bei diesem Prozess, der nur wenige Millisekunden dauert, möglichst viel Energie aufnehmen. Damit wird gewährleistet, dass das Personal bestmöglich geschützt ist.“ Das Profil hat also eine ähnliche Aufgabe wie die Autokarosserie beim Crash und ist aus einer ausgeklügelten Kombination von Kammern und Stützen aufgebaut.

Ziel: „First time right“ bei der Entwicklung neuer Profile

Als kundenorientiertes Unternehmen hat ASO unterschiedlichste Profile entwickelt, die im eigenen Werk hergestellt werden. Markus Horstkemper: „Im vergangenen Geschäftsjahr haben wir rund 60 000 Sicherheitssysteme gefertigt und dafür auf unserer 2K/3K-Extrusionsanlage rund 830 000 Meter Profile verarbeitet.“
Sobald ein neues Profil entwickelt wurde, muss ein Werkzeug dafür gebaut werden. Diese Werkzeuge sind teuer, ihre Fertigung aufwendig. Deshalb ist ASO bestrebt, möglichst wenige – am besten gar keine – Optimierungsschleifen zu fahren. Zu diesem Zweck wird nun das Solidworks-Tool „Simulation“ genutzt. Markus Horstkemper: „Wir prüfen damit, ob die neue Profilkonstruktion eine frühzeitige Kontaktierung, eine gleichmäßige Verformung und die gewünschte Energieabsorption gewährleistet.“

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