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Ausgewählte Ausgabe: 06-2017 Ansicht: Modernes Layout
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Sichere Dünnblechverbindungen mit Vorloch

Weniger Material gleich weniger Kosten. Diese Gleichung macht sich in vielen Anwendungsbereichen auch bei den verwendeten Blechdicken bemerkbar. Kamen vor Jahren bei Blechdicken von 1 mm und mehr oftmals noch handelsübliche Blechschrauben zum Einsatz, ist dies bei zunehmender Reduzierung der Blechdicken, aufgrund der Ausschöpfung von Kosteneinsparpotentialen, heute nicht mehr möglich. Speziell die prozesssichere Montage von vorgelochten, dünnen Blechen stellt sich im Bereich der selbstfurchenden Verschraubung als keineswegs trivial heraus.


KAP-Ejot 1 BU

Bild 1
Die Ejot-„Sheettracs“- Schraube im typischen Anwendungsumfeld

Da bei Blechschraubenverbindungen die Dicke der zu verbindenden Bauteile mindestens der Steigung der verwendeten Blechschraube entsprechen muss, stoßen diese bei der in vielen Bereichen vorgenommenen Blechdicken-reduzierung schnell an ihre Grenzen. In der anwendungstechnischen Realität ist damit eine mehrfache Wiederholmontage so gut wie ausgeschlossen, da sich im Einschraubblech teilweise nur ein Gewindegang im Eingriff befindet. Daher haben sich in den vergangenen Jahren die sogenannten Dünnblechschrauben im Markt durchgesetzt. Diese Schrauben haben ein metrisches 60 °-Gewinde und sind meist mit konischer Spitze ausgeführt. Der Vorteil des metrischen Gewindes ist die kleinere Gewindesteigung im Vergleich zu Blechschrauben, wodurch mehr Schraubengewinde zum Eingriff kommt.

Meist ist das geformte Muttern- gewinde Schwachpunkt

Meist stellt aber das geformte Mutterngewinde – und nicht die Schraube – den eigentlichen Schwachpunkt der Verbindung dar. Das Potential dieses Ansatzpunktes haben die Verbindungstechnik-Experten von Ejot frühzeitig erkannt und eine spezielle Dünnblechschraube für eine prozesssichere Montage im vorgelochten Dünnblech entwickelt. Die „Sheettracs“-Schraube hat einen 45 ° (30 ° / 15 °) asymmetrischen Flankenwinkel, um damit – aufgrund der geringeren Materialverdrängung – ein stabileres Mutterngewinde im Einschraubblech zu erzeugen. Dadurch wird das Drehmomentniveau der Verschraubung erhöht und eine mehrfache Wiederholmontage ermöglicht.
Im unteren, konischen Bereich der Schraube dreht sich der Flankenwinkel um, dadurch bildet sich der entstehende Durchzug in Einschraubrichtung aus. Die unrunde Gewindeformzone sorgt für ein einfaches zentriertes Ansetzen, die erhöhten Gewindebereiche ermöglichen ein sicheres Eindringen in den Blechwerkstoff. Im Gegensatz zu unrunden Gewindegeometrien erzielt der kreisrunde Querschnitt im oberen, tragenden Gewinde eine höhere Flankenüberdeckung. Die metrische Steigung der Sheettracs gewährleistet eine problemlose Austauschbarkeit mit metrischen Schrauben, zum Beispiel im Reparaturfall.

Bild 2 Ablaufphasen Sheettracs: 1. Ansetzen – 2. Gewinde furchen – 3. Anziehen

Bild 2
Ablaufphasen Sheettracs: 1. Ansetzen – 2. Gewinde furchen – 3. Anziehen

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