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Ausgewählte Ausgabe: 05-2017 Ansicht: Modernes Layout
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AR-Unterstützung durch Steuerungshersteller

Bild 2 „AR-HowTo“ für die Montage eines Riemenvorgeleges für eine Linearachse, erstellt mit der Bosch Common Augmented Reality Platform (CAP) [2]

Bild 2
„AR-HowTo“ für die Montage eines Riemenvorgeleges für eine Linearachse, erstellt mit der Bosch Common Augmented Reality Platform (CAP) [2]

Auf diese Weise kann ein potentieller Kunde verschiedene Erweiterungen direkt am Produkt begutachten, ohne dass dieses in den verschiedenen Ausführungen vorrätig sein muss. Die zweite Applikation ist eine AR-Anleitung für die Montage eines Riemenvorgeleges an eine Linearachse, bei der der Nutzer die durch- zuführenden Aufgaben Schritt für Schritt eingeblendet bekommt (Bild 2). Kunden werden so in die Lage versetzt, Aufgaben, die nur wenig Fachwissen voraussetzen, selbst durchzuführen. Das spart Zeit und Kosten, da erstens die Anreise eines Service-Technikers entfällt und zweitens die Maschine schneller in Betrieb genommen bzw. wieder in Stand gesetzt werden kann.

2.1 Status von AR in der Industrie

AR-Applikationen wie die beiden beschriebenen sind in der Industrie zahlreich geworden, allerdings haben die meisten nur den Status eines Prototypen, produktiv wird die Technologie bislang kaum eingesetzt [3]. Einige Gründe dafür sollen im Folgenden erörtert werden.

2.1.1 Mangel an AR-fähigen Endgeräten

Obwohl sich die Leistungsfähigkeit mobiler Endgeräte immer weiter steigert, sind ihre Rechenressourcen doch weiterhin stark limitiert. Schnellere Prozessoren und Grafikchips stehen im Widerstreit zur Batterielaufzeit und damit der Mobilität. Die Berechnungen, die zur Darstellung von AR-Inhalten notwendig sind, sind jedoch sehr aufwendig. Zunächst muss die Kamera-position bzw. -orientierung relativ zu einem zuvor definierten Objekt berechnet werden (Schätzung der Kamerapose). Anschließend muss die errechnete perspektivische Projektion auf die anzuzeigenden virtuellen Objekte angewandt und schließlich das fertige Bild für die Ausgabe gerendert werden.
Diese rechenintensiven Operationen überfordern viele mobile Endgeräte. So überhitzte sich beim Ausführen derartiger AR-Anwendungen beispielsweise die Google-Glass Brille deutlich und sowohl die Batterielaufzeit als auch die Performance reduzierten sich drastisch, was zu einer geringen Akzeptanz der Hardware auf Nutzerseite führte. Auch bei der moderneren Microsoft HoloLens wird eine Grenze von etwa 50 000 Polygonen genannt, bis zu der eine Szene noch flüssig dargestellt werden kann [4].

2.1.2 Aufwand bei der Erstellung und dem Einsatz von AR-Anwendungen

Nach wie vor ist die Erstellung von AR-Inhalten sehr aufwendig. Zwar gibt es zahlreiche SDKs, die komplizierte AR-Operationen vor dem Entwickler verbergen, allerdings muss die AR-Software meist weiterhin von Programmierern mit spezifischem Fachwissen implementiert werden. Verfügbare Editoren und Frameworks können die Applikations-Erstellung deutlich erleichtern, jedoch fehlt es vielen dieser Werkzeuge an Flexibilität. Der Einsatz der so entwickelten Anwendung selbst wird zum einen durch die Abhängigkeit von einer bestimmten Plattform erschwert, zum anderen dadurch, dass Aktualisierungen dezentral auf jedes einzelne Endgerät aufgespielt werden müssen.

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Autoren

M. Sc. Michael Schneider

Bosch Rexroth AG
Bgm.-Dr.-Nebel-Str. 2
97816 Lohr am Main
Tel.: 0 93 52/18–50 84
E-Mail: michael.schneider10@boschrexroth.de
www.boschrexroth.de

Prof. Dr. Didier Stricker

Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI)
Trippstadter Straße 122
67663 Kaiserslautern
Tel.: 06 31/2 05 75–35 00
E-Mail: didier.stricker@dfki.de
www.dfki.de

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