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Ausgewählte Ausgabe: 10-2015 Ansicht: Modernes Layout
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Schwerlastgiganten

Einen spektakulären Anblick boten die beiden stählernen Konstruktionen: der Raupenkran, der beim Aufbau des Errichterschiffes „Aeolus“ half, und das Schiff selbst, dessen Aufgabe darin besteht, Offshore-Windkraftanlagen in bis zu 55 m tiefem Wasser zu installieren. Dessen Stabilität auf hoher See gewährleistet ein Hubsystem, basierend auf vier Stützen, die mit 87 m Länge gleichzeitig zum Meeresboden abgesenkt werden können.


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Der Raupenkran LR 13000 von Liebherr bei der Installation einer der vier Stützen des Hubsystems. (Bild: Liebherr)

Hydraulisches Hubsystem mit Synchronsteuerung

Die hydraulischen Hubwerke der „Aeolus“ bestehen aus Zylindern sowie Verbolzungseinheiten und Hubrahmen samt dazugehöriger elektrohydraulischer Steuerung und Hydraulikaggregaten. Für die vier Hubwerke des Errichterschiffs (Bilder 1, 2) lieferte das Unternehmen Montanhydraulik aus Holzwickede die Zugzylinder. Die Zusammenführung der Zugzylinder mit einer innovativen Synchronsteuerung zu einem Gesamtsystem übernahm Muns Techniek B.V., ein Tochterunternehmen der Montanhydraulik Group. Die Steuerung ermöglicht das synchrone Auf- und Absenken der vier Stützen über den notwendigen Hub, ohne die Plattform des Errichterschiffs für den Verbolzungsvorgang anhalten zu müssen.

Raupenkran hebt 920 t schwere und 87 m lange Stahlstützen

Bild 2 Offshore-Instal- lationsschiff „Aeolus“. (Bild: Van Oord)

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Offshore-Instal- lationsschiff „Aeolus“. (Bild: Van Oord)

Die Installation der 87 m langen Stützen erfolgte unter Einsatz des LR 13000 von Liebherr. Während des fast zweiwöchigen Aufbaus wurde der weltstärkste Raupenkran konventioneller Bauart erstmals mit dem P-Ausleger, dem sogenannten „PowerBoom“, ausgestattet. Durch die doppelte Ausführung des Gittermastauslegers auf einer Länge von 48 m wurden die Stabilität und Traglastwerte auf das nötige Maß erhöht, um die vier je 920 t schweren Stahlstützen in die Jacking-Systeme des Schiffs einzuziehen.
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Das Hubwerk bestehend aus Hydraulikzylindern, Verbolzungseinheiten und Hubrahmen samt da- zugehöriger elektrohydraulischer Steuerung und Hydraulikaggregaten ermöglicht das synchrone Auf- und Absenken der Stützen.

Bei einer Ausladung von 23 m meisterte der Raupenkran mit seiner 65 t schweren Hakenflasche und den Anschlagmitteln eine Bruttolast von über 1000 t. Die erste Stütze zog er auf 125 m Hakenhöhe und schwenkte sie über das Schiffsdeck. Ein Einheben war aufgrund der hochliegenden Seile des Schiffskrans, durch dessen Korpus der Stahlzylinder montiert werden musste, nicht zu realisieren. Stattdessen wurde das Schiff mithilfe großer an Deck befindlicher Winden behutsam verholt. Erst als die Stütze direkt über der Öffnung schwebte, wurden das komplizierte Einfädeln und der insgesamt vierstündige Einbau gestartet.
Für den Liebherr-Kran lieferte Montanhydraulik die Zug-, Teleskop-, Abstütz- und Speicherzylinder sowie die Rückfallstützen. Der Einbau der vier Stützen des Errichterschiffs zählt zum anspruchsvollen Einsatzspektrum des LR 13000, der sich vor allem für das Heben extrem schwerer Stückgewichte eignet. Neben solchen Vormontagen für Offshore-Stahlkonstruktionen ist der Bau von Kraftwerken oder Raffinerien ein weiteres wichtiges Anwendungsgebiet. Die Besonderheit bei einer Krankonstruktion dieser Größe besteht darin, dass sie im Teillast- bereich ohne Derrick-Ballast arbeiten kann. Zurückzuführen ist diese Eigenschaft auf einen vom Hersteller Liebherr entwickelten, überaus tragfähigen Drehkranz und eine höhere Drehbühnenlast. Die maximale Auslegerlänge ergibt sich aus dem maximal 120 m langen einfachen Hauptmast und der Gitterspitze von 126 m.

 

Kontakt
Montanhydraulik GmbH
Bahnhofstraße 39
59439 Holzwickede
Tel.: 0 23 01/9 16–0
Fax: 0 23 01/9 16–199
E-Mail: info@montanhydraulik.com
www.montanhydraulik.com

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